Ausflug ins Mittelalter


Mit 8 Kindern und 35 Erwachsenen haben wir uns auf einzigartige Zeitreise begeben.

Es ging nach Messkirch auf die, nun 10 Jahre alte Mittelalter-Baustelle des Campus Galli.

Hier soll mit den technischen Mitteln des 10. Jahrhunderts ein Kloster gebaut werden. Der Zeitplan geht von einer 60 bis 90 Jahre dauernden Bauzeit aus. Grundlage der Planung ist der berühmte Klosterplan von Sankt Gallen, der von Mönchen im 9. Jahrhundert entworfen wurde und als Idealplan für Klöster gilt. Da Klöster in dieser Zeit meist in der Einöde errichtet wurden musste so ein Kloster alle, für das tägliche Leben nötigen Dinge selbst herstellen können. Dies reichte von Lebensmitteln bis zu Bausteinen und Holzbalken.

In zwei Führungen für die Erwachsen und einer Führung für die Kinder wurde uns auf anschauliche und auch humorvoller Weise der Klosterplan erläutert und die einzelnen Bauhütten vorgestellt. Besonders die Kinder waren von ihrer Führung begeistert und auch die Erwachsenen waren beeindruckt.

Es gibt hier einen Korbmacher, es werden Wollfäden gesponnen und gefärbt, in der Imkerei wird Honig und, was damals noch wichtiger war, Wachs gewonnen. Die Zimmerleute hauen mit Beilen aus Baumstämmen erstaunlich gerade Balken, in der Schmiede werden nahezu alle benötigten Messer, Meisel und Metallwerkzeuge hergestellt. Es fehlt auch nicht an einer Landwirtschaft mit Schafen, Ziegen und Schweinen, nebst dazugehörigen Feldern und Ställen. In der Töpferei wird aus Lehm zuerst Ton gewonnen. Anschließend werden Gefäße mit und ohne Töpferscheibe geformt und danach im eigenen Ofen gebrannt. Der Wagner fertigt Speichenräder aus Holz an, wie sie den Älteren noch von den Leiterwagen aus unserer jüngeren Vergangenheit bekannt sind. Auch ein Kübler oder Küfer ist hier zugange. Einige Bauwerke wie die Holzkirche mit Glockenturm und eine große, mit Stroh gedeckte Scheune sind schon fertig gebaut und einen Kräutergarten findet man auch.

In der Mittagspause haben wir uns auf dem Marktplatz bei Linseneintopf und Dinnele gestärkt. Am Nachmittag haben wir die Möglichkeit genutzt, die verschiedenen Baustellen auf zu suchen und uns über die verschiedene Handwerke noch eingehender informiert. Die Festangestellten und viele Ehrenamtliche haben uns gern unsere Fragen beantwortet.

Die Besichtigung war sehr lehrreich und interessant, es ist beeindruckend, wie bereits vor 1000 Jahren die Menschen ihren Alltag gemeistert haben.

Einer Wiederholung steht nichts im Wege.



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