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Grenzsteine

rund um Sulz

Grenzsteine spielen seit langer Zeit eine große Rolle in der Geschichte der Menschheit. So wurde dadurch "markiert" wem welcher Besitz gehört und wo dieser anfängt oder aufhört. Daher der Begriff "Markung".

 

Die Sulzer Gemarkung hat Grenzen zu 5 anderen Orten, aber auch zu Staats- oder Kirchenbesitz.

Besuche doch mal den Sulzer Grenzsteingarten mit dem Grubstock am Eingang des Sulzer Friedhof am Furtweg.

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Grenze Sulz - Oberjesingen

Die Grenzsteine Sulz-Oberjesingen tragen auf Oberjesinger Seite ab und zu eine "Ilge", eine stilisierte Lilie. Diese Lilie kommt im Ortswappen des Nachbarorts Kuppingen vor. Oberjesingen war einst "Untermark" von Kuppingen, weshalb die Ilge auf den Grenzsteinen zu Oberjesingen zu finden ist. Auf den jüngeren Oberjesinger Grenzsteinen ist auch ein "OJ" zu finden.

 

Grenze Sulz-Kuppingen

Auf diesem Grenzabschnitt finden sich teilweise noch viele Grenzsteine mit fortlaufender Nummer. Hier sind auch die Steine mit der ältesten Jahreszahl ( 1748 ), die es auf der Sulzer Markung gibt.

Die Kuppinger Seite der Steine zeigt entweder eine "Ilge", die Lilie, oder eine Geweihstange was den Staatsforst kennzeichnet.

 

Grenze Sulz-Oberjettingen

Dies ist ein relativ großer Grenzbereich, indem allerdings nur noch in den Waldgebieten alte Grenzsteine zu finden sind. Im Feldbereich sind entweder gar keine mehr oder nur vereinzelt neu Granitsteine vorhanden.

Auf den Steinen zur Oberjettinger Grenze ist meist ein "O", "OI" mit Geweihstange oder vereinzelt auch nur eine Geweihstange eingemeiselt.

 

Grenze Sulz-Wildberg

Die Grenze zu Wildberg ist die längste der Sulzer Gemarkung. Hier finden sich auch noch relativ viele und teilweise noch sehr alte Marksteine. Entlang der Hangkante des Wächtersberg ( Modellflugplatz ) sind die Steine noch vollständig erhalten, was einer großen Schwarzdornhecke auf der ganzen Länge dieses Grenzabschnitts zu verdanken ist. Die Wildberger Seite trägt eine doppeltes "W", ab und zu auch Nummern oder Geweihstangen. Eine Besonderheit ist eine dreieckiger Markstein, an dem 3 Grenzen, die Sulzer, die Oberjettinger und die Wildberger aufeinander treffen.

Es ist ein großer Stein, weshalb man die Stelle auch am hohen Markstein bezeichnet ( Flurteil Wasen ).

Grenze Sulz-Deckenpfronn

Die Grenze zu Deckenpfronn ist die kürzeste, hier sind alle Grenzsteine verschwunden.



Heiligenpflegschaft Sankt Michael

In Sulz am Eck existieren außer den "normalen" Grenzsteinen, welche die Gemeindegrenze markieren, auch noch Steine, die auf eine Zeit hinweisen in der Sulz noch nicht refomiert, also noch katholisch war. Damals, wie heute, hatte die Kirchengemeinde bereits einiges an Besitz, auch Felder und Wald. Um diesen Kirchenbesitz vom Besitz der Herrschaft oder der Gemeinde abzugrenzen wurden Steine mit Inschrift "HSM" an den Grenzen gesetzt. Dieses "HSM" ist die Abkürzung von "Heiligenpflegschaft Sankt Michael", die Bezeichnung der evangelischen Kirchengemeinde. Im Pfarrarchiv sind noch Rechnungen dieser Pflegschaft vorhanden, die bis ins Jahr 1415 zurückreichen.

Ob dies die Originalsteine aus dem 15.Jahrhundert sind oder ob diese Steine zu einem späteren Zeitpunkt erneuert wurden, ist leider nicht nachvollziehbar. Doch schon alleine ihre Form und Ihr Aussehen lassen auf ein hohe Alter schliessen.

Marksteine der Grenze Sulz-Staatswald

Diese Marksteine kennzeichnen einen Teil des Staatswald, der auf der Sulzer Markung lag.

Auf den Grenzsteinen des Staatswald ist meist eine Geweihststange, eine Nummer oder auch ab und zu ein "R" zu finden.

Dies "R" bedeutet, das dieser Wald einst Besitz des Wildberger Klosters Reuthin war, genauso wie der gesamte Ort und die Gemarkung Oberjettingen.

Nachdem dieses Kloster bei der Säkularisierung verstaatlicht wurde, wurde dem "R" auf den Steinen einfach eine württembergische Geweihstange hinzugefügt oder aber der Buchstabe R durch eine solche ersetzt.

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